Schön war’s … beim Pilgern in Johannisberg

Dass man auf Mallorca baden kann, wissen alle, die von der Insel schwärmen. Dass man dort aber auch beten kann, erfuhren die Teilnehmer der Pilgertour mit Wolfgang Blum am 1. Rheingauer Klostersteig. Während seiner dreistündigen Schlenderwanderung rund um den Johannisberg streute er kurze spirituelle Text ein – unter anderem eine Botschaft an Pilger, die an der Pforte des mallorquinischen Klosters Lluc prangt.

An Wegkapellen und Ruhepunkten gab Blum seinen Pilgerbegleitern nicht nur muntere Landschaftsbeschreibungen, sondern auch medidative Lebensweisheiten mit auf den Weg. Die Frage „Bin ich noch auf dem richtigen Weg?“ bekam eine doppelte Bedeutung: „Ist meine Route richtig – und ist mein Weg weiter gut?“ Dabei lernten sie, dass Schweigen mehr sein kann als nur Nichtstun.

Auf der Runde um den ehemaligen Bischofsberg, auf dem um 1100 das erste Kloster des Rheingaus gegründet wurde, berichtete Blum von Weinlagen mit kirchlichem Bezug (Mönchspfad, Kläuserweg), zeichnete der Lebensweg der heiligen Hildegard nach und bezog die übrigen fünf Klöster des Klostersteiges (Eberbach, Marienthal, Nothgottes, St. Hildegard und Marienhausen) in seine Betrachtung ein.

Erstmals seit vielen Jahren gab es für seine Gäste die Gelegenheit, das Gelände der „Klaus“ zu betreten. Das Ensemble zu Füßen von Schloss Johannisberg liegt zwar nicht direkt am Klostersteig, war aber einst eines von zwölf Klöstern des Rheingaus. Alexander Graf von Schönborn, dessen Familie die Klaus seit Jahrhunderten besitzt, ließ es sich nicht nehmen, die Gäste persönlich zu begrüßen – sein „blaues Blut“ am Elsterbach beeindruckte die Besucher.

Pilgerwanderer bei der Begrüßung an der Basilika Johannisberg

Pilgerwanderer bei der Begrüßung an der Basilika Johannisberg